FREIER SENDER FÜR LINZ



Freies Radio FRO bewirbt sich um eine terrestrische Lokalradiolizenz für den Zentralraum Linz. Eine Sendeversuchsanstalt zur Förderung der Kommunikation, Demokratie, Kultur & Selbstbildung. Demokratisierung des Medium Radio durch Bürgerbeteiligung. Kommunizieren ohne Verwertungsdruck. Zwei Programmschienen - Public access (offener Zugang) und der Bildungs- & Kulturkanal - werden die Meinungsvielfalt des lokalen Lebens widerspiegeln.

Einreichungsfrist für Lizenzwerber von Regional- und Lokalradio ist 11. Juni 1997. Mit der Abänderung des Grundversorgungsplans wurde zusätzlich zur Lichtenberger Frequenz eine zweite Lokalradio-Frequenz für Linz (am Freinberg koordiniert) ausgeschrieben.

Radio FRO wird sich um beide Lokalradiolizenzen für Linz bewerben. Innerhalb von 4 Monaten muß die Regionalradiobehörde über die Regionalkette und über die Lichtenberger Lizenz entscheiden. Über die Freinberger Lizenz muü sie innerhalb von 6 Monaten entscheiden. Ob die Regionalradiobehörde es schaffen wird, 45 Lizenzen innerhalb von 4 Monaten zu vergeben, wo sie bei der ersten Lizenzvergabe 1994/95 9 Monate dafür brauchte, ist zu bezweifeln. Bis Ende 97 ist mit einer Vergabe beider Lizenzen zu rechnen.

Sollten mehrere Bewerber vorhanden sein, kann die Regionalradiobehörde noch weitere Frequenzen am Standort Linz koordinieren lassen (Frequenzen wären genügend vorhanden).

Nach Lizenzerteilung kann mit einem Sendestart, unter der Voraussetzung einer notwendigen Bauverhandlung für den Sendemasten, innerhalb eines halben bis dreiviertel Jahres ab Lizenzerteilung gerechnet werden. Vorausgesetzt alles läuft so wie die Regierung geplant hat, ist im Sommer 98 mit dem terrestrischen Sendestart zu rechnen.

Ob ein Freier Sender Linz zustande kommt, wird von der Politik abhängen. Das entscheidende Gremium, die Regionalradiobehörde, besteht aus zwölf Mitgliedern: sechs werden von den im Parlament vertretenen Parteien beschickt, wobei aufgrund der Mehrheitsverhältnisse die SPÖ zwei Vertreter entsendet, drei werden durch die Landeshauptleutekonferenz beschickt (zwei ÖVP, ein SPÖ), mit dabei OÖ. Landesamtdirektor Pesendorfer, je ein Vertreter von Städtebund (SPÖ) und Gemeindebund (ÖVP), und ein richterliches Mitglied bestimmt durch die Bundesregierung. Die Entscheidungen fallen mit Zweidrittelmehrheit.

Sicher ist, daß Freie Radio Projekte den Kommerziellen keine Konkurrenz darstellen werden, da Freies Radio keine Produkte bewerben wird und somit auch nicht am Werbekuchen mitnascht. Behauptungen seitens der ÖVP, durch NR. Mag. Helmut Kukacka, daß Förderungen der öffentlichen Hand für Freie Radios wettbewerbsverzerrend wären und damit dem Gleichheitsgrundsatz widersprechen, sind völlig von der Hand zu weisen. Die Bewerber um Regionalradiolizenzen sind fast ausschließlich Verlagshäuser, die allesamt durch Presseförderung, die 150 Millionen ausmacht, subventioniert werden. Zudem wird ihnen durch die Radiolizenzen ein neues gewinnbringendes Geschäftsfeld zugeteilt. Es kann nicht anstehen, daß die Frequenzlandschaft völlig verkommerzialisiert wird und dem Bürger selbst nicht gestattet ist Information via Rundfunk zu verbreiten. Eine Zensur in anderer Form.

Wenn keine Freien Radios Lokalradiolizenzen erhalten, dann ist die freie Meinungsäußerung, die Meinungs- und Medienvielfalt politisch unerwünscht.

Bis dahin wird Radio FRO sein Kabelradio-Engagement weiterführen. Die Erweiterung des Empfangsgebiets unseres Programms im Kabelnetz ist in Vorbereitung. Erste Teilnehmer im Studioverbund sollen noch im Laufe des Jahres 1997 an das FRO-Studio angeschlossen werde. So weit es die finanzielle Situation erlaubt, werden die Aktivierung des Senders (PR, Technik, Personal) sowie das Internetprojekt in Angriff genommen.